Unterschied Kostenvoranschlag vs. Pauschalpreis

Wichtig: Angebot ist Vertragsgrundlage

Sehen wir uns die Bedeutung einiger wichtiger Begriffe an, die bei der Vergabe für einen geschlossenen Handwerker- bzw. Bauvertrag dann auch höchste Relevanz haben, da Sie dem Vertrag angehängt werden bzw. die Vertragsgrundlage bei der Beauftragung sind.

Es gibt mehrere Möglichkeiten der vorvertraglichen Kostenbekanntgabe einer Baufirma bzw. eines Handwerkers für das Errichten eines „Werks“ (=Bauprojekt), die Wichtigsten und zugleich Häufigsten sind:

  • Kostenvoranschlag
  • Pauschalpreis

Ob Kostenvoranschlag oder Pauschalpreis, diesem sehr wichtigen Detail wird vom Privatkunden meist – zu ihren Ungunsten – keine Beachtung geschenkt und oftmals von „geschäftstüchtigen“ Unternehmern beim Ausstellen der Schlussrechnung ausgenützt.

Unser Tipp:

Achte darauf, dass im Angebot eindeutig deklariert wird, um welchen Typ von Angebot es sich handelt. Ein „Angebot“ alleine reicht nicht aus!

Wir geben gerne unsere Erfahrung weiter, rufe uns kostenlos an:

Kostenvoranschlag

Verbindlicher Kostenvoranschlag

Gegenüber Privatkunden (als Verbraucher) ist ein Kostenvoranschlag stets verbindlich, sofern der Unternehmer nicht ausdrücklich das Gegenteil kennzeichnet. In diesem Fall ist der Handwerker oder die Baufirma nicht berechtigt Mehrkosten zu verrechnen. Der angegebene Gesamtpreis gilt als garantierte Obergrenze des Entgelts. Wird bei der Ausführung seines Gewerks vom Unternehmer weniger Verbrauchsmaterialen und/oder Arbeitszeit als im Kostenvoranschlag angegeben benötigt, so muss der Unternehmer die Minderkosten, d. h. diese Ersparnis, dem Endkunden sogar weitergeben. Letztgenannter Umstand ist z. Bsp. auch der große Unterschied zu einer Pauschalpreis-Vereinbarung.

Unverbindlicher Kostenvoranschlag

Vorsicht ist geboten, wenn sich ein Handwerker oder Bauunternehmer in seinem Angebot auf folgende Formulierungen bezieht:

  • freibleibend
  • Zirka-Preis
  • ohne Gewähr

oder sonstige Begriffe die darauf schließen lassen, dass sich der Unternehmer nicht auf die genannten Preise „festnageln lassen will“.  Was heißt das aber im Fall einer Beauftragung? Bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag solltest du damit rechnen, dass die angegebenen Preise sich verändern, d. h. konkret auch verteuern können. „Geringfügige“ Überschreitungen bis zu 15% solltest du damit in deinem Budget einplanen. Die Überschreitung muss jedenfalls sachlich begründet und unvermeidlich sein. Ist eine „beträchtlichere“ Überschreitung über 15% erkennbar, so hat deine Baufirma dir umgehend eine Kostenwarnung mitzuteilen. Ob und zu welchen Bedingungen das Bauprojekt anschließend weiter fortgeführt wird, hängt dann in weiterer Folge von deiner Entscheidung als Bauherren/in ab. Bleibt eine derartige Kostenwarnung aus, so hat die Baufirma die Mehrkosten zu tragen.

Unser Tipp:

Wenn du noch in der Planungsphase also einen unverbindlichen Kostenvoranschlag mit einen Pauschalpreisangebot vergleichst, achte auf den Umstand, dass der KVA in der Regel teurer wird. Die Angebotsform solltest du demnach bei der Gegenüberstellung der einzelnen Angebote berücksichtigen bevor du einer Firma den Zugschlag gibst.

Pauschalpreisvereinbarung

Bei der Pauschalpreisvereinbarung gibt der Unternehmer einen Fixpreis bekannt, der für beide Vertragspartner verbindlich ist. Ersparnisse im Zuge der Umsetzung des Projekts müssen an den Auftraggeber nicht weitergegeben werden, d. h. in diesem Fall ist der Unternehmer bevorteilt. Jedoch übernimmt der Unternehmer dabei das Risiko, allfällige Mehrkosten nicht an dich zusätzlich verrechnen zu können.

Der große Vorteil einer Pauschalpreisvereinbarung ist die bessere Kostenplanbarkeit für dich.

Ein Merkmal der Pauschalpreisvereinbarung ist zumeist, dass sich der Unternehmer hinsichtlich seiner Kalkulation bedeckt hält und einzelne Leistungen dir gegenüber nicht aufgeschlüsselt dargestellt. In diesem Fall erspart sich der Unternehmer bei der Verrechnung seiner Leistungen dann auch das mühevolle zusammentragen von Nachweisen der verbauten Mengen an Verbrauchsmaterial nach Leistungserbringung, was bei einer Abrechnung nach Mengen (Einheitspreise) erforderlich wäre.

Es werden Pauschalpreise von Handwerkern und Baufirmen oftmals nicht angeboten, da für Sie das Projekt schwieriger kalkulierbar ist. Du kannst darauf von Beginn an bestehen, dass dir der Unternehmer einen Pauschalpreis anbieten soll, jedoch kann es dir dabei passieren, dass durch den unternehmerischen Risikoaufschlag du ein stark überhöhtes (Pauschal-)Preisangebot gestellt bekommst.

Unser Tipp:

Wir empfehlen dir daher, den Unternehmer zuerst die Wahl über die Art der vorvertraglichen Kostenangabe zu überlassen und dabei die Pauschale mit keinem Wort zu dieser Phase zu erwähnen. Liegt z. Bsp. ein Kostenvoranschlag dann erstmalig auf den Tisch, kannst du noch immer fragen ob zu dem kalkulierten Endpreis eine Pauschale möglich ist.

In diesem Fall kann es sein, dass der Unternehmer dies ablehnt. Wenn er sich dazu jedoch bereit erklärt, so hast du einen guten Überblick, welchen Aufschlag er für das Risiko deines Projekts berechnet. Ist dieser sehr hoch, so solltest du nochmals auch hinterfragen, ob dies nicht auch an der Qualität der bereitgestellten Planungsunterlagen liegt. Dann kann es nämlich auch passieren, dass die Offerte der Unternehmen grundsätzlich sehr schwer vergleichbar sind, und das sollte nicht in deinem Interesse sein. Ist das der Fall, solltest du bei der Planung nochmals neu ansetzen.

Solltest du mit dem Unternehmer zu einem Pauschalpreis übereinkommen, so verankere zusätzlich auch einen Regiepreis für Dienstleistungen nach Aufwand des Arbeiterpersonals in der Vereinbarung. Das gibt dir dann die Möglichkeit kleinere Mehrleistungen z. Bsp. mit den Arbeitern vor Ort während der Bau-Ausführung abwickeln zu können. Fragst du das erst hinterher, so kann ist es nicht selten auch vorgekommen, das Mondpreise vom Unternehmer verlangt werden.

Unser Tipp:

Bei bestimmten Hausbau-Anbietern werden Pauschalpreise angeboten, wobei die Anbindung zur öffentlichen Infrastruktur zumeist von der Pauschale ausgenommen werden. Oftmals auch die Erdarbeiten, da diese nicht das Bauwerk betreffen, und bei den Erdarbeiten ev. auch Bodenverbesserungsmaßnahmen erforderlich sind. Das Baugrundrisiko trägt im Normalfall der Bauherr. Berücksichtige das in deiner Kostenplanung. Berücksichtige diese Nebenkosten bei der Finanzierung.

Erfahre mehr zu den Kosten eines Einfamilienhauses.

Hast du eigentlich geprüft ob deine Kosten ev. auch über Förderungen reduziert werden könen. 

Vergiss nicht, auch einen cleverello-Rabatt auf „MITMACHEN“ völlig unbürokratisch anzufragen, sobald du dich mit der Firma auf einen Pauschalpreis oder ein Mengenbezogenes Einheitspreisangebot mit Kostenvoranschlag geeinigt hast.

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